RESONANZEN 2023

21.01.2023 - 29.01.2023

Die Resonanzen, das Festival Alter Musik im Wiener Konzerthaus, begeben sich in ihrer 31. Ausgabe auf eine musikalische Entdeckungsreise in die »Unterwelten«. Ausgewählte Musikraritäten interpretiert von den besten Musiker:innen der internationalen Originalklangpraxis versprechen auch diese Festivalausgabe zu einem besonderen Moment im Musikgeschehen der Stadt werden zu lassen. Die Alte Musik führt uns von 21. bis 29. Jänner 2023 klangvoll in die imaginären und realen, mythologischen und psychologischen Unterwelten. Neben den erlesenen und feinsinnig kuratierten Konzerten – mit der Weltpremiere von Antoine Brumels Missa »Et ecce terrae motus« – bestechen die Resonanzen heuer wieder mit einem vielfältigen Rahmenprogramm und interdisziplinären Crossover-Angeboten, sei es die Ausstellung »Historischer Instrumentenbau«, die verschiedenen Vorspiele wie das begleitende Filmprogramm des Resonanzen-Kinos, der Barocktanzkurs im Großen Saal, diverse Workshopangebote sowie Werkstattkonzerte für Familien.


»Der Besuch der Unterwelten, in die das Festival Alter Musik Resonanzen uns im Jänner 2023 so verlockend einlädt, wird die Besucher:innen in die lichten Höhen der Teilhabe an künstlerischer Exzellenz führen. Damit festigt das Festival einmal mehr seinen Stellenwert als Teil des programmatischen Fundaments, auf dem das Programmgeschehen dieses Hauses aufgebaut ist.« Matthias Naske, Intendant Wiener Konzerthaus

Aus den Tiefen der Finsternis hin zur glorreichen Wiederauferstehung
Der musikalische Bogen des Festivals spannt sich von den tiefsten Abgründen bis zu den höchsten Gefühlen: Beim Eröffnungskonzert »Im Herzen der Finsternis« widmet sich Les Arts Florissants, eines der führendsten Barockklangensembles unter der Leitung von Paul Agnew dem physischen wie psychischen Reich der Tiefe mit einer klugen Zusammenstellung von Werken u.a. »Orfeo nell’inferni« von André Campra aus seinem »Le Carnaval de Venice« aus 1699. Die gefeierte Flötistin Dorothee Oberlinger fasst das Thema des Festivals musikimmanent und beschäftigt sich mit dem Ensemble 1700 in »Ostinati · Partimenti · Variazioni« mit dem Generalbass, über den auch zu Barockzeiten schon improvisiert werden durfte. Alle, die sich genauer mit diesem Thema auseinandersetzen möchten, können das im »Crash-Kurs in Sachen Generalbass«, den die Professorin für Alte Musik am Mozarteum Salzburg vor dem Konzert anbietet, tun.

Erschütternde Musikmomente im besten Sinn sind bei der Welturaufführung von Antoine Brumels Renaissance-Messe »Et ecce terrae motus« durch das Ensemble Graindelavoix unter der Leitung seines Gründers, Björn Schmelzer zu erleben: »Rolling Stones« heißt das Konzert, bei dem die Polyphonie der Renaissance auf moderne, elektroakustische Technik trifft; davor wird der italienische Schwarz-Weiß-Film »Il culto delle pietre« gezeigt, der sich mit einem archaisch-christlichen Steinkult in den Abbruzzen beschäftigt. La fonte musica wiederum bringt in »Verkehrte Welt« Musik eines der originellsten und einflussreichsten Komponisten des Mittelalters, Antonio Zacara da Teramo, zusammen mit Projektionen grotesker mittelalterlicher Miniaturen, meisterlich zur Aufführung.

»Niemals vergessen«: Der 27. Jänner ist der internationale Holocaust-Gedenktag. Daher gedenkt das Künstler:innenkollektiv ART HOUSE 17 – prominent unterstützt von Dame Emma Kirkby – der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 78 Jahren mit einer feinsinnig und sensiblen halbszenischen Darbietung von Werken jüdischer Barockkomponisten, ergänzt durch Bilder, symbolträchtige Rituale und jüdische Piyyutim-Lyrik.

Les Épopées, aktuell unter den Top 10 der besten französischen Originalklangensemble, bieten beim diesjährigen Essenskonzert »Lust und Laune in Venedig« Einblicke in die lustvollen bis lüsternen, teils erotisch aufgeladenen Szenen italienischer Barockopern von Monteverdi bis Pallavicino, von Cavalli bis Freschi und Legrenzi.

Ein Wiederauftauchen aus den Tiefen der Unterwelten verspricht schließlich das glanzvolle Abschlusskonzert des Concerto Copenhagen unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen: Das zweiteilige römische Oratorium »La resurrezione« von Georg Friedrich Händel wird nach beinahe 40 Jahren unter der Teilnahme von wunderbaren Stimmen wie Angela Hicks oder Gwilym Bowen wieder im Wiener Konzerthaus erklingen.