In der neuen Ausstellung widmet sich das Arnulf Rainer Museum in Baden bei Wien ab 24. Oktober 2026 zwei prägenden Künstlerpersönlichkeiten der österreichischen Kunstgeschichte: Arnulf Rainer und Hermann Nitsch.
Die erste gemeinsame Ausstellung zeigt Rainer und Nitsch nicht als aufeinanderfolgende Kapitel der österreichischen Kunstgeschichte, sondern als zwei gleichzeitig pulsierende Positionen. Im Dialog ihrer Werke wird Gemeinsames sichtbar: Prozess und Transformation, Körper und Spur, Kreuz und Wunde sowie die Verschiebung von Kunst vom Objekt hin zur Erfahrung. Erstmals widmet sich eine Ausstellung ausschließlich diesen beiden Ausnahmekünstlern in einer gemeinsamen Schau.
Arnulf Rainer (* 1929 in Baden, † 2025 in Oberösterreich) und Hermann Nitsch (* 1938 in Wien, † 2022 in Mistelbach) zählen zu den weltweit bekanntesten Künstler:innen des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Obwohl sie unterschiedliche Wege beschritten, verbindet sie die radikale Erweiterung des Kunstbegriffs: Nicht nur das vollendete Werk steht im Mittelpunkt, sondern auch der künstlerische Prozess und die Frage, was ein Bild überhaupt ist. Heute verbindet man die zwei insbesondere mit ihrer Pionierarbeit im Bereich der abstrakten Malerei: Arnulf Rainers Übermalungen und Hermann Nitschs Schütt- und Rinnbilder sind fixe Bestandteile des kunstgeschichtlichen Kanons.
Arnulf Rainer gilt als Wegbereiter der informellen Malerei in Österreich. Mit seinen seit den 1950er-Jahren entwickelten Übermalungen erneuerte er die Malerei grundlegend und erlangte weltweit Anerkennung.
Hermann Nitsch war Mitbegründer des Wiener Aktionismus und schuf mit dem Orgien Mysterien Theater eines der bedeutendsten Gesamtkunstwerke der Nachkriegszeit. Als Aktionist, Maler, Komponist und Bühnenbildner verband er Malerei, Musik, Performance und Ritual zu einer Kunstform, die alle Sinne einbezieht.
Sammlung Zambo
Im Rahmen einer großzügigen Schenkung übergab Helmut Zambo 2024 den Kernbestand seiner in rund 65 Jahren zusammengetragenen Kunstsammlung an die Landessammlungen Niederösterreich. Zambo bezeichnet sich selbst als „Tiefensammler“ und konzentrierte sich auf wenige Künstlerpersönlichkeiten und Kunstrichtungen. Einen Schwerpunkt der Schenkung bilden rund 300 Werke von Arnulf Rainer, ergänzt durch bedeutende Bestände zu Art Brut, Günter Brus und Hermann Nitsch. Die Ausstellung greift die charakteristische Salonhängung auf, in der mit seiner Sammlung lebte und, die er für das Zwischengeschoss des Arnulf Rainer Museums persönlich nachempfunden hat.
(Pressetext)