Cai Dongdong wurde 1978 in Tianshui in der chinesischen Provinz Gansu geboren und studierte an der Beijing Film Academy. Er arbeitet vor allem mit Fotografie, Installation und Video und richtet seine Praxis auf die komplexen kulturellen Fragestellungen hinter dem Medium. Aus der Perspektive der visuellen Kultur führt Cai Dongdong die Fotografie in den Bereich der Bildgeschichte und der Kartografiegeschichte ein und widmet sich Fragen wie der Darstellung von Darstellung und den in Sehweisen eingeschriebenen Machtstrukturen.
Cai Dongdong versteht Fotografie nicht als flaches Bild, sondern als Objekt im Raum. Er schneidet, dreht und erweitert fotografische Abzüge und kombiniert sie mit Materialien wie Holz, Glas und Stein sowie mit Spiegeln, Linsen und Kameras und schafft so raumgreifende Fotoinstallationen. Als Gegenbewegung zur Flut digitaler Bilder nutzt Cai Dongdong analoge Verfahren und betont Materialität, Oberfläche und Spuren der Zeit. Durch präzise Eingriffe und Transformationen historischer Fotografien hinterfragt er, wie Fotografie als ideologisches Werkzeug das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft prägt, und legt die durch Fotografien vermittelte Illusion von Geschichte offen.