Clemens J. Setz ist ein Solitär in der österreichischen Literaturlandschaft. Seine Texte zeugen von einer Faszination für Theorien abseits gängiger Welterklärungsversuche, von einer Sympathie für das Seltsame, Ungewohnte und von Einsamkeit und fehlschlagender Kommunikation mit der Außenwelt. Für seine umfangreiche Arbeit, die Essays, Lyrik, Erzählungen, Theaterstücke, Romane, Übersetzungen und Kinderbücher umfasst, hat er unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse, den Wilhelm Raabe-Literaturpreis, den Georg- Büchner-Preis, den Österreichischen Buchpreis und zuletzt den Großen Österreichischen Staatspreis erhalten. In seinem neuen Erzählband Mein Leben als Noiseband schreibt Clemens J. Setz seinen narrativen Kosmos fort. Pauls Sprache ist Noise: monströs dahertosende Tracks, auf denen er mit verzerrter Stimme seine Verzweiflung hinausschreit. Abseits der Bühne herrscht Leere, niemand scheint ihn und seine Lyrics zu verstehen, sein Leben verbringt er weitgehend allein. Bis auf Mark, der Teil der Band ist, sich aber mehr und mehr zurückzieht – und bis Paul nach einem Konzert Annika kennenlernt. Sie teilt seine Faszination für Noisebands wie Hanatarash oder Atrax Morgue und Paul verliebt sich übergangslos in sie. Als sie ein Kind bekommen, lässt sein Druck nach, alles in mörderisch lauter Musik auszudrücken. Doch was bleibt jetzt noch von seiner Kunst? Und wieso ist Mark endgültig abgetaucht? Einzelgänger, Außenseiter, im Stillen Leidende – in Mein Leben als Noisebandversammelt Clemens J. Setz Erzählungen über Figuren am Rand der Gesellschaft. Mit so präzisen wie poetischen Alltagsbeobachtungen führen sie uns durch verschobene Realitäten, in denen das Vertraute, das Groteske und das Obsessive umeinander kreisen. Gewalt und Einsamkeit stehen neben Momenten unkonventioneller Zärtlichkeit sowie der Sehnsucht nach Nähe und Verbundenheit.