#AUSSTELLUNG#LIEBLINGSEVENT#KUNST

CTRL + SHIFT + DEL

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Die Ausstellung untersucht diese Frage anhand spekulativer Videospiele, die digitale Räume als Orte von Fürsorge, Erinnerung und Widerstand zurückerobern. Drei künstlerische Positionen reagieren auf miteinander verflochtene Krisen – Besatzung, imperialistische Gewalt, Kapitalismus, Overtourism und Klimakrise – nicht durch Flucht, sondern indem sie deren Strukturen neu programmieren.

Gemeinsam ist den Arbeiten ein erweitertes Verständnis von Land: nicht nur als Boden oder Territorium, sondern als kollektive Erfahrung von Ort. Videospiele verbinden dabei Individuelles und Gesellschaftliches – durch Schutzräume, Simulationen und Archive. Virtuelle Zufluchtsorte ermöglichen queeren BIPOC-Gemeinschaften, Schmerz, Freude und Trauer zu teilen. Simulationen thematisieren die klangliche Selbstbestimmung besetzter Gemeinschaften. Archive bewahren überliefertes Wissen über Landpflege und ländliche Praktiken, die durch Standardisierung, Overtourism und Ausbeutung bedroht sind. Ziel ist es, zugleich zu widersprechen und zu bewahren.

Das Gameplay basiert auf Fürsorge und Zeugenschaft. Erkunden und Begegnung werden zu archäologischen Methoden: Spieler:innen erleben Fragmente ausgelöschter Nachbarschaften, unterdrückter Klanglandschaften und geschädigter Ökosysteme. Zuhören und Fürsorge ersetzen Erobern und Akkumulation. So stellen die Spiele dominante Logiken von Wettbewerb und Kontrolle infrage und schlagen stattdessen Gegenseitigkeit, Verbundenheit und kollektives Gedächtnis vor.

Erinnerung, Vorstellungskraft und Widerstandskraft verbinden sich zu einem poetischen Akt des Überlebens und der Fürsorge. Ctrl + Shift + Del will Krisen nicht ausblenden, sondern ihre zugrunde liegenden Systeme neu denken. Die Tastenkombination steht hier nicht für Löschen, sondern für einen Reset: von Gewalt, Ausbeutung und Auslöschung. Künstlerische Videospiele erscheinen so als kulturelle Werkzeuge, um bedrohte Lebenswelten zu bewahren, marginalisierte Stimmen hörbar zu machen und gerechtere Zukünfte zu entwerfen.


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