#THEATER

FÜNF UHR MORGENS

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Zwei Frauen, ein ähnliches Schicksal, zwei vollkommen unterschiedliche Voraussetzungen. Was macht es mit einer Person, die selbst Vertreibung und Flucht erlebt hat, wenn sie erfahren muss, dass für manche Menschen, die ebenfalls vor Krieg fliehen, offenbar andere Gesetze gelten?
 
Eine Syrerin und eine Ukrainerin begegnen sich in der Schweiz. Beide kamen als Asylsuchende, doch ihre Startbedingungen hätten nicht unterschiedlicher sein können. Die Öffnung von Grenzen und Arbeitsmarkt für Menschen aus der Ukraine war ein überwältigender Akt der Solidarität. Außereuropäische Asylsuchende erfahren jedoch nicht die gleiche Unterstützung und werden dadurch zu Geflüchteten zweiter Klasse. Bei einem Kaffee treffen die beiden Frauen unfreiwillig aufeinander, reden und singen gegen- und miteinander, bis sich ihre Sprachen und Klänge zu einem überraschend neuen Sound verbinden.
 
Die Autorin Lubna Abou Kheir kam als Asylsuchende aus Syrien in die Schweiz. In
 
Fünf Uhr morgens
 
spürt sie ihren Gefühlen nach, die sie in Anbetracht dieser Ungleichbehandlung empfindet und erschrickt. Denn sie, die sich bisher aktiv für Menschenrechte eingesetzt hat, beobachtet an sich selbst eine wachsende Abneigung gegenüber einer ganzen Menschengruppe – nur aufgrund ihrer Herkunft. Woher kommen diese Gefühle? Was passiert mit den eigenen Werten und Überzeugungen bei einer Retraumatisierung in der vermeintlich sicheren Schweiz?
 
mit Lubna Abou Kheir, Yulianna Khomenko
Regie: Ursina Greuel
Text: Lubna Abou Kheir und Ursina Greuel
Musik: Yulianna Khomenko und Ensemble
Ausstattung: Cornelia Peter
Licht und Darbuka: Yahya Hazrouka
Oeil extérieur: Sibylle Burkart