Fotografie als soziales Instrument.
In seiner Ausstellung richtet Georg Petermichl (*1980 in Linz) den Fokus auf Fotografie als soziales und psychologisches Instrument. Ausgehend vom kleinsten persönlichen Kosmos – der eigenen Familie und dem Freundeskreis erweitert er den Blick auf größere Zusammenhänge wie Massentourismus, kollektive Sehnsüchte und geteilte kulturelle Praktiken. Zentrale Werkgruppen der Ausstellung kreisen um das familiäre Archiv sowie um fotografische Studien, in denen sich Petermichl z.B. den Freizeitpraktiken nähert – etwa durch Aufnahmen von touristischen Orten, an denen sich Menschenmengen nach klaren, beinahe choreografierten Mustern bewegen. Ihn interessiert dabei weniger die moralische Bewertung als das genaue Hinsehen: Wie entstehen kollektive Rituale? Wann tritt aus der Masse das Individuum hervor?
In vergrößerten Fotografien aus privaten Fotoalben wird Familie nicht nur als biografischer Ursprung sichtbar, sondern als Projektionsfläche für Erinnerung, Autorität und Nähe.
(Pressetext)
Kuratiert von Maria Venzl