#THEATER#LIEBLINGSEVENT

GRELLE TAGE

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​von Selma Matter
​Regie: Charlotte Lorenz

​Eine ausgefranste Pfote durchstößt den Boden. Dann eine zweite. Dann eine Schnauze. Ein 13.000 Jahre in den Erdschichten konservierter Wolfshund entsteigt lebendig dem auftauenden Permafrost. Auf der Suche nach einem Anhaltspunkt in der Gegenwart trifft er auf den jungen Menschen Jo. Die beiden finden eine gemeinsame Sprache und streifen durch zerstörte Landschaften, betrachten versiegende Wasserquellen, trockene Muschelfelder und schrumpfende Berge – die sichtbaren Zeichen der Klimakrise.

​»Das Eis ist ewig, der Tod ist es auch! Aber das ist nicht mehr wahr. Das Eis schmilzt, und der Tod, na ja.« Indes verfolgen Archäologinnen und Mammutdealer am Rande einer Ausgrabungsstätte ihre eigenen Interessen, versuchen Mammuts wieder zum Leben zu erwecken und mit Elfenbein zu handeln. Was soll das eigentlich werden? Die Dinge geraten zunehmend aus dem Gleichgewicht – nicht nur der uralte Körper des Hundes zerfällt allmählich, sondern ganze Ökosysteme.

​Selma Matter spannt eine vielschichtige Erzählung zwischen Brandenburg, Sibirien und der Schweiz auf, verschränkt kunstvoll Zeitebenen und bringt Tiere, Menschen und verschiedene Schauplätze miteinander ins Gespräch. Dabei führt Matter vor Augen, was es heißt, mehr-als-menschliche Verbindungen zu knüpfen und ein anderes, raumübergreifendes Zeitdenken zu erproben. Hier setzt die Regisseurin Charlotte Lorenz inszenatorisch an, deren Theaterarbeiten von einem besonderen Interesse an popkulturellen Phänomenen und medial konstruierten Wirklichkeiten geprägt sind, und die sie oftmals entlang der Schnittstellen von Theater und Film untersucht.

Besetzung: Simon Bauer, Vera von Gunten, Clara Liepsch, Sebastian Schindegger, Til Schindler, Nico Werner-Lobo
Autorin: Selma Matter
Regie: Charlotte Lorenz
Bühne: Luisa Berghammer, Marie Sturminger
Kostüme: Josefin Kwon
Musik: Florentin Berger-Monit, Johannes Wernicke
Dramaturgie: Hannah Salentinig