Greta Schödl entwickelt seit den 1960er-Jahren eine eigenständige visuelle Sprache, in der Schriftzeichen, Linien und kalligrafische Formen eine zentrale Rolle spielen. Seit ihrer vielbeachteten Teilnahme an der Biennale in Venedig 2024 rückt das Werk der Künstlerin verstärkt ins öffentliche Interesse.
Ihre Arbeiten – auf Papier, Holz, Leinwand, Textil, Stein oder Alltagsobjekten – sind getragen von einem tiefen Gespür für Rhythmus, Ordnung und Stille. Häufig dient ihr der Name eines Materials als Ausgangspunkt: So überzieht sie beispielsweise einen Marmorblock mit dem italienischen Wort marmo (Marmor). Sie schreibt ihn immer wieder über die Oberfläche, bis sich die Buchstaben in einer ruhigen, beinahe meditativ anmutenden Wiederholung allmählich von ihrer Bedeutung lösen.
Kleine goldene Punkte, die Schödl meist in die offenen Stellen der Vokale setzt, bringen zarte Lichtimpulse ein und verleihen den Mustern eine lebendige Tiefe. Auch ihren eigenen Körper begreift sie als Quelle von Zeichen: Daumenabdrücke, Handlinien, der Abdruck von Brust oder Lippen – all dies wird bei der Künstlerin zu Schriftzeichen.
Mit ihrem Oeuvre überschreitet Schödl die Grenzen zwischen Poesie, Malerei und Konzeptkunst. 2026 feiert die Künstlerin in der Landesgalerie Niederösterreich ihre erste Museumsausstellung in Österreich, die einen wichtigen Meilenstein in ihrer Karriere darstellt.
Kurator:innen: Gerda Ridler und Berthold Ecker
(Pressetext)