Inge Dick zählt zu den international bedeutendsten Positionen im Bereich der zeitgenössischen experimentellen Fotografie und des Films. Durch ihre intensive Beschäftigung mit Malerei und Fotografie erkannte sie früh, dass Licht nie konstant oder objektiv ist. Denn das natürliche Licht ist ein lebendiges Phänomen: Es verändert sich mit den Stunden des Tages, den Wetterlagen und den Jahreszeiten.
Inge Dicks Arbeiten offenbaren, was dem bloßen Auge oft entgeht. Ihre Malereien, Foto- und Filmarbeiten sind poetische Protokolle des Lichts. Ihre künstlerische Entwicklung ist von einer tiefen Hingabe geprägt: Das Sichtbarmachen des Unsichtbaren. Ihre Forschungsarbeit zum Thema Licht wird von vier zentralen Prinzipien getragen, die das Grundgerüst ihres künstlerischen Denkens bilden: Zeit und Wahrnehmung, Serialität, geometrische Ordnung und Raster sowie Feinsinn und Präzision.
Die Werkschau in der Landesgalerie Niederösterreich führt erstmals alle Schaffensphasen der Künstlerin – von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart – in einer repräsentativen Auswahl zusammen. Die Retrospektive würdigt Inge Dicks vielschichtiges Oeuvre und ist zugleich eine Hommage aus Anlass ihres 85. Geburtstags.