#AUSSTELLUNG#LIEBLINGSEVENT#KUNST

ISABEL LEWIS, DIRK BELL - EVERY ROMANCE IS A REPAIR

WANN:21.06.2024
18:00
WO:Halle für Kunst
WIE VIELEintritt Frei
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VERNISSAGE

Im Zentrum der Ausstellung Every Romance Is a Repair in der HALLE FÜR KUNST Steiermark steht eine Werkgruppe von Isabel Lewis und Dirk Bell; für die dort aufgeführte Performance Total Romance: Partial Repair ist das Bühnenbild gleichzeitig Kunstwerk, Bildträger und Ausstellungsarchitektur. In der HALLE FÜR KUNST Steiermark ist die Werkgruppe In Repair ( 2023 ) zum ersten Mal als raumfüllenden Anordnung gezeigt und ist Setting für die Aufführung der Performance. Das Projekt lässt sich als eine Weiterführung und Vertiefung der Performancereihe Give Rise To verstehen und versucht Fragen nach der Archivierung und Zeitlichkeit von Performance ganz aktiv und konkret zu bearbeiten.

In Repair (2023) ist eine Fortsetzung der räumlichen Strategien und Raumkonzepte, die die Lebenspartner*innen Bell und Lewis in früheren Ausstellungen und Kunstwerken entwickelt haben. Diese neue Installation artikuliert das gemeinsame Interesse an ästhetischen Gesten, die den Körper und sein gesamtes Sensorium ansprechen, verweist aber auch auf die Inszenierung von Situationen innerhalb des bereits inszenierten Bereichs von Ausstellungen. Die Performance Total Romance: Partial Repair spielt mit Strategien der Präsentation und Repräsentation und schlägt alternative Formen der Auseinandersetzung mit Ort, Architektur, Selbst und Gemeinschaft vor. Ursprünge des europäischen Humanismus und alternative Konzepte des Menschseins werden darin erkundet. Dazu untersuchen Lewis und Bell die ästhetischen Techniken des Barock, dekonstruieren, überhöhen und erkunden deren subversive Potenziale und Grenzen.

Ausgehend von der Anziehungskraft, die Strategien und Techniken der Ornamentik auf barocken Theaterbühnen und ihren fantasievollen Szenografien ausüben, haben Bell und Lewis eine Reihe von bemalten, beweglichen Leinwänden entwickelt. Anstatt einen einzigen privilegierten Standpunkt einzunehmen, bieten diese Leinwände als Gemälde, die weder eine Vorder- noch eine Rückseite haben, mehrere Ansichten und spielen ständig mit Licht, Transparenz und Verstecken/​Wiederentdecken. Diese mobilen Wände sind poröse Membranen, die mit der Architektur und dem Raum kokettieren und die Besucher*innen zur Teilnahme einladen, anstatt sie abzugrenzen und abzusondern. Die sogenannten Screens sind ein Mittel für räumliche Lösungen, egal ob sie im Kontext von Ausstellungen, Theatern oder anderen Anlässen wirken, so verstehen sie sich selbst als ​Gastgeber, die über die erschaffenen Situationen auf vielen Ebenen etwas mit dem ​Publikum, welches oft Teil der gesamten Arbeiten wird, teilen.

Die in Tanz, Literaturkritik und Philosophie ausgebildete dominikanisch-amerikanische Choreografin und Künstlerin Isabel Lewis arbeitet an der Ästhetik des Erfahrbaren und schafft Räume der Begegnung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen. Für Lewis liegt ein radikales Potenzial darin, sich Zeit zu nehmen, sich zu sammeln, körperliche Erfahrungen und Wissen auszutauschen und sich intensiv mit sich selbst, anderen und der gebauten Umwelt auseinanderzusetzen. Ihre Arbeiten entfalten eine Dramaturgie, die auf die sich entwickelnde Live-Situation eingeht und als Formate für zeitgenössische Formen des Geschichtenerzählens betrachtet werden können. Sie sieht sich selbst als Gastgeberin und ihr Publikum als Gast.

Der Künstler Dirk Bell hat sich in seiner Auseinandersetzung mit der Malerei dazu aufgemacht, das Medium in seiner geläufigen Machart ein Stück weit zu verlassen und es über andere künstlerische Mittel zu thematisieren. Dabei entstehen eindrückliche Arbeiten hoher handwerklicher und oftmals suggestiv-phantastischer Qualität, die so unterschiedliche Elemente wie Zeichnung, Objekt und Installation zusammenführen. Schließlich entstehen daraus auch immer Ausstellungssituationen, die an Aufführungen und ihre Performativität erinnern.

Das Projekt lässt sich als eine Weiterführung und Vertiefung der Performancereihe Give Rise To verstehen und versucht Fragen nach der Archivierung und Zeitlichkeit von Performance ganz aktiv und konkret zu bearbeiten.

Kurator: Jan Tappe