Als Herausgeber der „Fackel“ legte sich Kraus stets mit den Mächtigen an, zeigte Missstände auf und war sich auch für bissige Wortgefechte nicht zu schade. Dabei haben viele seiner satirischen Texte an Aktualität und Scharfsinn nichts eingebüßt. In zeitkritischen Schriften und Aphorismen ebenso wie in seinem monumentalen Drama. In „Die letzten Tage der Menschheit“, in welchem er eine zentrale Szene am Semmering verortet, zeigt Kraus unverblümt die Unzulänglichkeiten seiner Zeitgenossen auf. Nun führt Karl Markovics das Publikum einmal mehr in die Gedankenwelt des humorvollen Anklägers und zeitlosen Beobachters – und sehenden Auges ins Verderben rennen, das können die Menschen heute noch genauso gut wie gestern.