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MAJA HADERLAP - NACHTFRAUEN

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Eine Rückkehr in die Südkärntner Heimat steht am Anfang von Maja Haderlaps neuem Roman: Mia muss ihre alte Mutter auf den notwendigen Auszug aus dem jahrzehntelang bewohnten Haus vorbereiten. Die schwierige Begegnung zwischen Mutter und Tochter führt Mia zurück in ihre Kindheit, geprägt von Patriarchat und Katholizismus. So brechen unaufgelöste Konflikte auf, geben jedoch auch Raum für einen Blick in die lang beschwiegenen Lebensgeschichten der Ahninnen. Tagelöhnerin die eine, Partisanin die andere, verbindet sie mit Mia der Kampf um Autonomie. Auf die Lesung folgt ein Gespräch mit Maja Haderlap über die Bedeutung von Sprache und das Politische in der Literatur.

​Als Mira ins Auto steigt, um sich auf den Weg nach Südkärnten zu machen, weiß sie, dass ihr schwierige Tage bevorstehen: Ihre alte Mutter muss auf den Auszug aus dem Haus vorbereitet werden, in dem sie vor Jahrzehnten als ungelernte Arbeiterin mit den damals noch kleinen Kindern Obdach gefunden hat. Tatsächlich verdichten sich im Lauf der folgenden Wochen die Erinnerungen an eine als traumatisch erlebte Kindheit, die vom frühen Tod des Vaters genauso belastet war wie von der rigiden patriarchalen Ordnung und den Dogmen der katholischen Kirche. Die alten, unaufgelösten Konflikte verschaffen sich neuen Raum, und Mira beginnt zu verstehen, dass sie von den lang beschwiegenen Lebensgeschichten ihrer Ahninnen befeuert werden: Tagelöhnerin die eine, die unter dramatischen Umständen ums Leben kam, Partisanin die andere, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr nach Kärnten zurückkehrte.
(Verlagstext)

Maja Haderlap
wurde in Bad Eisenkappel / Železna Kapla (Kärnten) geboren. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik war sie Lehrbeauftragte an der Universität Klagenfurt und lange Jahre Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt. Sie veröffentlichte Lyrik in slowenischer Sprache, ehe sie für einen Auszug aus ihrem Romandebüt Engel des Vergessens 2011 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. Weitere renommierte Preise folgten, wie der Max Frisch-Preis 2018 oder der Christine Lavant Preis 2021. Nachtfrauen ist ihr erstes Buch im Suhrkamp Verlag.