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MIAO YING - COME, SIT, STAY

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Nach künstlerischen Ausbildungen in China und den USA entwickelt Miao Ying ein kritisches, oft ironisches Werk an der Schnittstelle von Technologie, Ideologie und digitalen Bildwelten. Ihre Installationen, Videos und Gemälde thematisieren die Mechanismen digitaler Überwachung, staatlicher Kontrolle und medialer Manipulation.  

Come, Sit, Stay, der an Hundebefehle angelehnte Titel ihrer Einzelausstellung im Belvedere 21, verweist auf Miao Yings bewusste Gegenüberstellung von Hundeerziehung und KI-Training durch den Menschen: Klar definierte Befehle steuern gleichermaßen Lernen und Kontrolle – sowohl bei Hunden als auch bei künstlicher Intelligenz.In ihren jüngsten Arbeiten setzt Miao Ying KI-generierte digitale Bilder ein, die sie mithilfe generativer neuronaler Netzwerke unter festgelegten Parametern erzeugt und anschließend in analoge, malerische Formate überführt. So verschränkt sie digitale Technologien mit klassischer Bildproduktion und hinterfragt dabei unsere Wahrnehmung von Realität und Kontrolle. Diese Übersetzung vom Digitalen ins Physische verleiht den oft abstrakten Vorgängen der Datenverarbeitung eine konkrete Form und macht ihre Ästhetik sinnlich erfahrbar.

Gleichzeitig greift die Künstlerin auf kulturelle Metaphern zurück, deren Ursprünge lange vor der Entwicklung moderner Computertechnologien liegen. Anspielungen auf mittelalterliche Vorstellungen von Magie, Alchemie und Beschwörung verweisen darauf, dass technische Innovationen immer auch von Projektionen, irrationalen Ängsten und Hoffnungen begleitet werden. Indem Miao Ying diese historischen Bildwelten mit den neuesten Fortschritten der künstlichen Intelligenz verbindet, entsteht ein kritischer wie auch humorvoller Blick auf eine Technologie, deren gesellschaftliche Auswirkungen erst allmählich sichtbar werden.
Pressetext