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MICHAIL MICHAILOV - ON THE OTHER SIDE

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Michail Michailovs Auseinandersetzung mit Körper und Raum geht über die in der Kunst stets virulente Beschäftigung mit dem Verhältnis von Figur und Grund, von einer Form und ihrem Umfeld, hinaus und nimmt eine Wendung hin zu grundlegenden Fragen des Menschseins sowie nach dessen Bedingungen und Möglichkeiten. Der Künstler spürt diesen existenziellen Thematiken mittels Zeichnungen, Videos und Performances nach und inszeniert dabei die vielfältigen Varianten seines „Selbst“ in auf den jeweiligen Ausstellungsraum bezogenen Installationen. Sein genauer und dabei humorvoller Blick schließt den Mikrokosmos des Staubs, der sich in seinem Künstleratelier angesammelt hat, ebenso ein, wie die Landschaften, in denen er sich bewegt. Michailovs künstlerische Praxis liest sich wie der permanente Versuch, das Große im Kleinen widerzuspiegeln und umgekehrt das Kleine im Großen als Muster zu entdecken. Wiederholt erprobt er Architekturen und städtische Infrastrukturen, die ihn umgeben.

Die Orte, die er dabei aufsucht, haben häufig etwas Abseitiges. Zu sehen sind etwa Lagerstätten an den Rückseiten von Gebäuden oder von Menschen genutzte Naturräume und, nur relativ klein, als Element unter mehreren, der Künstler. Die Farben, die Materialität, die Muster und die formalen Bedingungen der natürlichen oder urbanen Landschaften, in die sich Michailov mit immer neuen Körperkonfigurationen einschreibt, bezeugen die Existenz des Künstlers gleichermaßen wie sie seinen Körper zum Verschwinden bringen …   Die Ausstellung on the other side   ermöglicht den Besucher*innen einen Einblick in die von Michail Michailov über die Jahre entwickelten künstlerischen Strategien. Die Figur des Künstlers in Relation zur Ausstellungssituation kann dabei als beispielhaft für die menschliche Existenz im Allgemeinen gedeutet werden. Denn Michailov inszeniert sich nicht als heldenhaftes Subjekt, das sich gegen seine Umwelt oder gar auf deren Kosten durchsetzt, sondern als jemand, der vorhandene Strukturen einbindet und Prozesse des Abgleichens und Angleichens startet, in denen er vorhandene Momente des Sich-mit-der-Umwelt-Verbindens imitiert und zur eigenen Form verhilft.

  (Unter Verwendung eines Textes anlässlich Michail Michailov´s Ausstellung   On the other side   im Kunstraum Lakeside)