Winter 1943. Frankreich steht unter deutscher Besatzung. Die Brüder Pierre, Jean und Louis Sicre haben sich der Résistance angeschlossen und riskieren täglich ihr Leben im Kampf gegen das nationalsozialistische Regime. Während Pierre als Pilot in Nordafrika Aufklärungsflüge für die bevorstehende Landung der Alliierten absolviert, transportiert Jean Waffen und geheime Nachrichten, unterstützt nächtliche Materialabwürfe und die Einschleusung von Widerstandskämpfern aus London. Der jüngste Bruder Louis bringt seine Ausbildung als Funker in den Dienst des Untergrunds. Nach Kriegsende kehrt er jedoch nicht zurück. Jahrzehnte später blickt Jean anlässlich der Verleihung der Légion d’Honneur auf die Ereignisse jener Jahre zurück und rekonstruiert die Geschichte seiner Familie. In ihrem neuen Roman Durch Nebel und Nacht erzählt Nathalie Rouanet , inspiriert von den Erfahrungen ihres Großvaters, von Mut, Zusammenhalt und Verlust in einer Zeit existenzieller Bedrohung. Zugleich stellt sie die Frage nach dem familiären Erinnern und dem Schweigen über die Vergangenheit. „In meiner Familie wurde kaum über die Zeit der deutschen Besatzung gesprochen“, sagt die Autorin. „Auch deshalb habe ich diesen Roman geschrieben.“ Die 1966 in Frankreich geborene Autorin, Übersetzerin und Slammerin lebt seit 1990 in Wien. Nach ihrem Roman Indienrot (2024) legt sie mit Durch Nebel und Nacht ein eindringliches Werk über Widerstand, Erinnerung und die Weitergabe von Geschichte über Generationen hinweg vor. Im Gespräch mit der Ö1 Journalistin und Literaturkritikerin Julia Zarbach stellt Nathalie Rouanet ihren neuen Roman vor.
Lesung und Gespräch: Nathalie Rouanet
Moderation und Gespräch: Julia Zarbach