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ONKEL WANJA

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Von Anton Tschechow
Fassung und Regie Arturas Valudskis

Es spielen
Jens Claßen
Andreas Gaida
Ida Golda
Michaela Kaspar
Georg Schubert
Textfassung
Arturas Valudskis
Regie
Arturas Valudskis
Ausstattung
Alexandra Burgstaller
Dramaturgie
Tina Clausen

Die allgegenwärtige Sinnkrise des Individuums, der es durch die Produktion eines Werks vielleicht entgegenwirken könnte, hat sich in den letzten Jahren nicht in Richtung einer Lösung entwickelt. Im Gegenteil. Ein Phänomen unserer Zeit: Menschen verharren in seltsamer Lethargie und einem andauernden Gefühl von Unzufriedenheit. Sie fühlen sich hilflos und ihrer Lebenssituation ausgeliefert. Gleichzeitig leiden sie weder an materiellem Mangel noch an persönlichen Einschränkungen. Sie bekommen nur einfach ihren Hintern nicht hoch.

In Tschechows Meisterwerk ONKEL WANJA geht es genau um solche Existenzen, die sich ständig nach einem Ausweg aus ihrem unbefriedigenden Sein sehnen, daran leiden, sich aber gleichzeitig nie dazu aufraffen können, ihr Leben oder die Welt aktiv zu ändern. Diese Eigenschaften der tschechowschen Figuren stehen in einem erstaunlich analogen Verhältnis zu einem Lebensgefühl unserer Gegenwart und machen seine Stücke deshalb heute immer noch so aktuell und spielbar.

Arturas Valdudskis, anerkannter Tschechow-Interpret, der am TAG schon erfolgreich DIE MÖWE und den KIRSCHGARTEN in Szene gesetzt hat, nimmt sich dieser Figuren an und begleitet und formt sie liebevoll auf ihrem Weg. Seine Fassung von ONKEL WANJA wird gemeinsam mit dem Ensemble im Probenprozess in bewährter Weise aufs Wesentliche reduziert und durch den Vergleich verschiedener (auch der eigenen) Übersetzungen in eine neue sprachliche Form gegossen und in Valudskis poetisch-minimalistischer Bildsprache auf die Bühne gebracht.