Geister waren nicht immer die schwebenden, transluzenten Erscheinungen, die heute fest in unserer Vorstellung des Übernatürlichen verankert sind. Zwar berichten Menschen immer wieder, derart beschaffene Gestalten zu sehen, doch gibt es in Berichten vor dem 19. Jahrhundert keine Belege dafür, dass man sie sich so vorgestellt hat. Sie konnten zwar wie aus dem Nichts erscheinen, besaßen aber feste Körper.
Erst Vorläufer des Kinos im viktorianischen England, in denen gruselige Figuren vor einem Publikum mithilfe von technischen Apparaturen auf Leinwände projiziert wurden, gaben ihnen ihre heutige Erscheinungsform. Eine technische Beschränkung verwandelte sie in die weiß schimmernden Wesen, die uns heute wie ein zeitloses Bild ihrer selbst vorkommen. Angst, das Übernatürliche, verstorbene Seelen. Vorstellungswelten, die sich dem klaren Denken des Tages entziehen, verweisen auf den Schatten einer Lampe, eingebaut in einem zufälligen, aus der Zeit gefallenen Unterhaltungsmedium. Die Menschen, die es entwickelt und betrachtet haben, sind nicht mehr da.
In „Playing Dead“ präsentiert Paul Spendier eine neue, raumgreifende Installation. Sie besteht aus Skulpturen und Videos, die er während seiner Zeit im Auslandsatelier der Landeshauptstadt Klagenfurt in Paris und im darauffolgenden Jahr entwickelt hat.
Pressetext