„Die Zeit wandelt sich, trotzdem hat sich nicht viel verändert“, stellt Eun-Me Ahn, eine Protagonistin des zeitgenössischen koreanischen Tanzes, fest. Sobald sich simple Klischees über „exotische“ Kulturen in den Deutungskanon eingegraben haben, ist es schwer, diesen wieder davon zu befreien. Genau dieser Aufgabe aber stellt sich Ahn in diesem so stürmischen wie farbenfrohen Tanz. Orientalismus gibt es nicht nur im Westen, erläutert sie, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Kulturen Asiens. Daher funktioniert derPost-Orientalist Expresssowohl hier wie dort als Brücke zu besserem gegenseitigen Verständnis. „Dialog statt Einheitlichkeit“, lautet Ahns Motto. Die als „Asiens Pina Bausch“ gefeierte Künstlerin arbeitet mit Unterschieden und Spannungen: „Der Yin-Yang-Kreis kreuzt die gerade Linie des Noh, ein Kathakali-Mudra erstreckt sich zwischen beiden.“ Aus solchen Dissonanzen, einem unglaublichen Tempo und einer Feier der Popkultur entsteht als ganz neuer Rhythmus ein „interasiatischer Tanz“. Was dabei jetzt im Burgtheater herauskommt, ist ein glanzvoller Rausch für die Sinne und echter Fortschritt des kulturellen Austauschs.
Choreografie und künstlerische Leitung: Eun-Me Ahn Musik: Young-Gyu Jang Lichtdesign: Jinyoung Jang Videoregie: Taeseok Lee Bühnenbild und Kostüme: Eun-Me Ahn Technische Leitung (Produktion): Jimyung Kim Meta-Dramaturgie: Geun-Jun Changwoo-Michael Lim Kostümherstellung: Yunkwan Design Requisiten: Dongyoung Kim Produktionsassistenz: Sungbin Kim
Performance: Eun-Me Ahn, Hyekyoung Kim, Yongsik Moon, Uiyoung Jung, Deokyeong Kim, Gaon Han, Jeonghwan Oh, Hyeonseo Lee und Seyeon Kim