#KUNST#AUSSTELLUNG

REBA MAYBURY - I COME IN PEACE

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Wie dominiert man Gustav Klimt?

Das war eine der ersten Fragen, die Reba Maybury sich bei der Vorbereitung ihrer Ausstellung I Come in Peace stellte. Maybury ist eine Künstlerin, Autorin und politische Domina, deren transdisziplinäre Praxis die Schnittstellen von Feminismus, Sexualität, Arbeit und Macht hinterfragt. Ihre Ausstellung erstreckt sich über vier Schauplätze – die Fassade des Gebäudes, das Foyer, das Grafische Kabinett im Obergeschoss und den Raum des Beethovenfrieses. Die Künstlerin entwarf ein Projekt, das auf den Ort eingeht, nicht nur mittels architektonischer Eingriffe, sondern auch in seiner Auseinandersetzung mit der Geschichte der Institution.

Besucher*innen, die sich heute dem ikonischen Secessionsgebäude nähern, begegnen zwölf auf der Fassade angebrachten Benutzernamen. Die Künstlerin sammelte sie auf Online-Plattformen, auf denen Männer öffentlich ihre Erlebnisse mit Sexarbeitenden in Wien rezensieren. Die Inschriften, gehalten in derselben goldenen Jugendstil-Schriftart, die bereits das Gebäude ziert, fügen sich formal in die Architektursprache der Secession ein und irritieren sie zugleich subtil. Ihre Anzahl ist ein bewusster Verweis auf die zwölf Gründungs-„Väter“ der Institution. Indem Maybury diese digitalen Spuren zeitgenössischer transaktionaler Intimität in die monumentale Oberfläche der Fassade einfügt, hebt sie die Unterscheidungen zwischen öffentlichem Gedenken, lokalen privaten Begierden und den ihnen zugrundeliegenden Machtstrukturen auf.