#KUNST#AUSSTELLUNG

SOLI KIANI

´


Die aus dem Iran stammende Künstlerin Soli Kiani entwickelt ein Werk, das Stoff zugleich als formbildende Substanz und als Träger gesellschaftlicher Bedeutungen einsetzt. Themen wie Herkunft, Körperlichkeit und die Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen verbinden sich in ihren Arbeiten mit einer eigenständigen, skulpturalen Sprache. Für die Dominikanerkirche Krems schafft sie eine Rauminstallation, in der textile Materialien als zentrales künstlerisches Mittel wirken.

Im Kirchenraum entfalten sich vertikale, säulenartige Stoffskulpturen, die aus gehärteten Textilbahnen und Seilen bestehen und aus schlichten Betonsockeln herauswachsen. Sie wirken architektonisch und körperhaft zugleich und betonen die Höhe und klaren Linien des Langhauses. Die abstrahierten Formen erinnern an textile Hüllen. Sie verweisen auf den Tschador, einen bodenlangen, dunklen, im Iran traditionellen Umhang, als Symbol sowohl für Schutz als auch für Einschränkung. Das Material – in Acryl und Leim versteift – behält Spuren seiner ursprünglichen Flexibilität und erzeugt eine Spannung zwischen Starrheit und Bewegung.

​Kurator: Florian Steininger

(Pressetext)