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WIENER MODERNE. WEIBLICH. WIDERSTÄNDIG

FANNY HARLFINGER-ZAKUCKA

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Als Malerin, Grafikerin, Illustratorin und Kunstgewerblerin hinterließ Fanny Harlfinger-Zakucka ein facettenreiches Werk. Im niederösterreichischen Mank geboren, ging sie zum Kunststudium nach Wien, schuf bereits 1903 erstaunlich avantgardistische Farbholzschnitte und brach als Frau in die damals absolut männliche Domäne des Möbeldesigns ein.

Sie nahm an der legendären Kunstschau der progressiven Klimt-Gruppe teil und war Mitglied der von Egon Schiele gegründeten Neukunstgruppe. Stets am Puls der Moderne schuf die Künstlerin Illustrationen für die bedeutenden Kunstzeitschriften „Ver Sacrum“, „Der liebe Augustin“ und „Die Fläche“. Harlfinger-Zakucka kooperierte außerdem mit der Wiener Werkstätte. Ihre Arbeiten wurden sowohl auf Wiener Sonderausstellungen als auch im Pariser Salon gezeigt. 

Die Künstlerin wurde für das innovative Design ihres modern gestalteten Kinderzimmers mit einem Ehrenpreis von der Gemeinde Wien ausgezeichnet. Ihre Kreation überzeugte durch Möbel in einem lebendigen Zitronengelb, durchzogen von einem auffälligen roten Gittermuster. Diese Möbelstücke waren nicht nur funktional – sie dienten sowohl zur Aufbewahrung als auch zum Spielen. 

Die Wiederentdeckung der künstlerischen, kuratorischen und emanzipatorischen Leistung von Harlfinger-Zakucka trägt zu einer entscheidenden Korrektur des Geschichtsbildes bei.

Die Ausstellung rückt sowohl zahlreiche verloren geglaubte Werke von Harlfinger-Zakucka in den Fokus als auch die von ihr initiierte Vereinigung Wiener Frauenkunst. Im Jahr 1926 sagten sich unter der Führung von Harlfinger-Zakucka Künstlerinnen von der traditionellen Vereinigung der bildenden Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) los und gründeten die als progressiv und linksliberal eingestufte Künstlerinnenvereinigung Wiener Frauenkunst. 

​Kuratorin: Sabine Fellner​

(Pressetext)