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QUADRA 16

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​ Leben und Tod liegen oft näher beieinander, als wir ertragen können. 2008 brachte Cris Moreira Zwillinge zur Welt. Eines der beiden Kinder, Francisco, verstarb nach zwei Tagen. Sein Körper wurde in jenem Teil des „Friedhofs der Sehn­sucht“ in Belo Horizonte beigesetzt, in dem nur Kinder begraben liegen – dem Block 16. In der ergreifenden Lecture­-Performance Quadra 16 erzählt die brasilianische Künstlerin anhand von dokumentarischem Material und mit audiovisuellen Techniken von ihrer Trauer: Sie thematisiert die Unsichtbar­keit des Schmerzes in einer Gesellschaft, die Schwangerschaft als öffentliches Ereignis, den Verlust eines Kindes je­doch als Privatsache behandelt.

Zum ersten Mal präsentiert die für ihre ge­sellschaftspolitischen Produktionen vielfach ausgezeichnete Künstlerin ihre Arbeit nun in Österreich. Mit der zu­tiefst persönlichen und zugleich gemein­schaftsstiftenden Soloperformance   Quadra 16   stellt sie die Frage: Wer hört einer Mutter zu, die über Einsamkeit und den Tod spricht. ​